Corpsprinzipien

Das Leistungsprinzip:

Als eine akademische Gemeinschaft ist der erfolgreiche Studienabschluss Ziel von uns Studenten, aber auch Voraussetzung für eine weitere Mitgliedschaft nach dem Studium. Bummelstudenten sind bei uns nicht gefragt. Statt dessen weisen die Älteren die Neuen in das Leben an der TU Clausthal ein, und auch der Blick über den akademischen Tellerrand fällt leichter, weil sich auf unserem Haus Studenten aller Fachrichtungen zusammenfinden.

Das Toleranzprinzip (tolerantia):

In der Corps-Gemeinschaft gelten unbedingte Toleranz gegenüber der Meinung des anderen und politische, religiöse und wissenschaftliche Gedankenfreiheit, soweit diese mit ethischen Grundregeln vereinbar sind. Auch spielen Herkunft und Nationalität bei der Bewertung eines Menschen keine Rolle.

Wir stellen an die Mitgliedschaft bei uns keine ethnischen, konfessionellen, politischen oder nationalen Bedingungen. Die einzige Voraussetzung ist, dass man ein männlicher Student einer  Hochschule ist.

Wer dies für intolerant hält, sollte sich fragen, wie langfristig eine gemeinsame Mitgliedschaft von Damen und Herren auf unseren grundlegenden Wert der Freundschaft hätte.

Das Lebensbundprinzip (amicitia):

Grundlage der Corps ist die aufrichtige, generationenübergreifende Freundschaft auf Lebenszeit in einer selbst gestalteten, demokratisch strukturierten Gemeinschaft. Damit der Bund auf Lebenszeit realisierbar wird, muss der endgültigen Mitgliedschaft eine Probezeit vorgeschaltet sein, in der sich das neue Mitglied, der „Fuchs“, bewähren muss. Die Mitglieder eines Corps sehen ihre Gemeinschaft als „Bruderbund“ und bezeichnen sich untereinander als „Corpsbrüder“. Corpsbrüder reden sich gegenseitig mit „Du“ an, unabhängig von Alter und Lebensstellung. Wer sich daher nach der Probezeit als "Fuchs" entschließt beim Corps zu bleiben, trifft eine Entscheidung für das ganze Leben.

Wir kennen keinen Generationenkonflikt. Alle Montanen, vom jüngsten Aktiven bis zum ältesten Philister, wissen, dass sie miteinander durch ein gemeinsames Ideal verbunden sind, das Corpsstudententum.

Corps sind weltoffene und tolerante akademische Gemeinschaften, Prinzipienreiterei ist ihnen fremd. Die Regeln des Zusammenlebens in den Corps haben sich organisch aus der jahrhundertealten studentischen Kultur des deutschen Sprachraums vor dem Hintergrund der stets hoch gehaltenen akademischen Freiheit entwickelt und wurden seitdem behutsam an die sich ändernden neuen Zeiten adaptiert.

Da die Prinzipien anderer Typen von Studentenverbindungen oftmals aus revolutionärem oder reformerischem Eifer entstanden sind, lassen sie sich meist plakativ in wenige Worte fassen. Die organisch gewachsene Kultur der Corps stellt sich nicht so leicht dar und zeichnet sich durch eine besonders große Vielfalt aus.

Demokratie in den Conventen

Die Entscheidungsstrukturen in einem Corps sind unabhängig von äußeren Einflüssen wie Staat, Behörden, Parteien, religiösen Institutionen und Universitätseinrichtungen. Es zählt die mehrheitliche Entscheidung der Mitglieder in den dafür zuständigen Gremien, den „Conventen“. Jeder Stimmberechtigte ist verpflichtet, sich eine Meinung zu den relevanten Themen zu bilden, diese Meinung zu äußern und zu vertreten. Das gilt besonders für die jungen Mitglieder, die ihre studentischen Angelegenheiten im „Corpsburschen-Convent (CC)“ regeln.

Die Würde des Menschen

Corpsstudenten sind zu ehrenhaftem Auftreten verpflichtet. Das heißt, die Ehre des anderen ist zu achten und die eigene zu wahren. Nach begangenen Ehrverletzungen ist die Würde des anderen wieder herzustellen. Ausgezeichnete Umgangsformen sind daher das Merkmal des Corpsstudenten.

Bewährungsprobe Mensur

Die Mensur, also das studentische Fechten, ist ein wesentlicher Bestandteil der corpsstudentischen Kultur. Dieser Bewährungsprobe muss sich jeder unterziehen, der in ein Corps aufgenommen werden möchte. Diese Form der Charakterfestigung und Persönlichkeitsbildung halten die Corps für unverzichtbar.